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97. Jahrgang, 2017, Heft 6 | S. 448-450

Ökonomische Trends

Geht's uns wirklich so gut? Lebensqualität ist mehr als nur subjektive oder objektive Lebenslage

Markus M. Grabka, Jürgen Schupp

Dr. Markus M. Grabka ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Prof. Dr. Jürgen Schupp ist Direktor des SOEP und Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin.

Die Menschen in Deutschland sind so zufrieden mit ihrem Leben wie lange nicht. Dies war die Botschaft zum Weltglückstag am 20. März 2017 auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).1 In der gleichen Woche warnte die Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles anlässlich des mittlerweile vom Bundeskabinett verabschiedeten 5. Armuts- und Reichtumsberichts vor einem gespaltenen Land. Im Bericht wird unter anderem gezeigt, dass von den zuletzt gestiegenen Reallöhnen, die unteren 40% der Einkommensgruppen nicht profitierten und deren Löhne real 2015 geringer waren als Mitte der 1990er Jahre. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert aktuell von Deutschland einen stärkeren Kampf gegen die Ungleichheit, damit Bürger aus unterschiedlichen sozialen Schichten am Wachstum teilhaben können.2

Seit vielen Jahren gibt es eine wissenschaftliche Debatte über die Wirkung von wachsendem monetären Wohlstand auf das subjektive Wohlbefinden. Richard Easterlin3 hat bereits in den 1970er Jahren konstatiert, dass ab einem bestimmten Wohlstandsniveau von Gesellschaften ein weiterer Einkommensanstieg kaum noch zu Steigerungen des Wohlbefindens führt. Die empirische Überprüfung der Gültigkeit dieses sogenannten Easterlin-Paradoxes nicht nur für die Situation in den USA, sondern auch für die deutsche Gesellschaft wurde bereits für den Prozess der deutschen Einheit aufgezeigt.4 Die Gründe für dieses Phänomen liegen vor allem darin, dass mit wachsendem Einkommen auch die individuellen Ansprüche in einer Gesellschaft ansteigen. Psychologen wie Ed Diener haben hierfür den Begriff einer hedonistischen Tretmühle geprägt. Da Menschen sich an eine bessere Lebensqualität gewöhnen und dieses Niveau dann rasch als normal empfinden, steigt ihre Lebenszufriedenheit nicht mehr (wesentlich) an. Trotz wachsendem ökonomischen Nutzen tritt kein steigendes Zufriedenheits- oder Glücksempfinden auf.5 Auch eine aktuelle Studie, die den Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und individuellem Wohlbefinden in 68 Staaten von 1981 bis 2008 untersucht, fand vor allem für entwickelte Gesellschaften keinen direkten Zusammenhang.6 Abbildung 1 zeigt diesen Befund nochmals prägnant. In der Periode seit 1984, für die individuelle Einkommensdaten sowie subjektive Zufriedenheitsindikatoren des SOEP7 vorliegen, findet auch für Gesamtdeutschland das Easterlin-Paradox Bestätigung.

 

Abbildung 1 (zurück zum Text)
Entwicklung verfügbarer Einkommen und der allgemeinen Lebenszufriedenheit in Deutschland
Entwicklung verfügbarer Einkommen und der allgemeinen Lebenszufriedenheit in Deutschland

Monatliches Einkommen auf Basis bedarfsgewichteter Haushaltsnettoeinkommen inklusive dem Mietwert selbstgenutzten Wohneigentums des letzten Jahres. Um Wiederholungsbefragungs-Effekte bei der allgemeinen Lebenszufriedenheit korrigierte Berechnung.

Quelle: SOEPv32.

 

Parallel zum steigenden realen Einkommen ist zunächst in Westdeutschland und seit 1990 auch im vereinten Deutschland lange Zeit keine entsprechende Steigerung im Niveau der durchschnittlichen Lebenszufriedenheit der erwachsenen Bevölkerung zu beobachten. Erst nach 2005 stieg das Niveau der Lebenszufriedenheit in jährlichen Schritten wieder auf einen Wert in Gesamtdeutschland an, wie er zu Beginn der Messungen Mitte der 1980er Jahre in Westdeutschland beobachtet wurde. Für eine Erhöhung der gesamtgesellschaftlichen Lebenszufriedenheit ist nicht allein das Niveau der Einkommen,8 sondern primär die Einkommensposition im Vergleich zu anderen von Bedeutung.9

Der Sozialwissenschaftler Wolfgang Zapf hat schon in den 1980er Jahren das allgemeine Konzept der Lebensqualität entwickelt. Danach kann die individuelle Wohlfahrt als Konstellation von objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Wohlbefinden begriffen werden. Mit einer vielfach zitierten "Vierfelder-Tafel"10 macht er deutlich, dass der Zielzustand einer Gesellschaft mit hoher Lebensqualität das gleichzeitige Zusammentreffen von objektiv guten Lebensbedingungen und subjektiv als gut empfundenen Wohlbefinden ist. Konzeptionell und empirisch sind somit sowohl der Zustand von Unzufriedenheit einhergehend mit objektiver bzw. materieller Entbehrung oder Benachteiligung (Deprivation) als auch des Wohlergehens (Well-Being) anzutreffen, wenn also sowohl objektive als auch subjektive Lebenslage übereinstimmen. Zudem gibt es Konstellationen, in denen beide Dimensionen auseinanderfallen. Dissonanz beschreibt gemäß dem Zapf'schen Konzept Unzufriedenheit trotz guter objektiver Lebenslage und der umgekehrte Fall, dass nämlich schlechte Lebensumstände mit Zufriedenheit einhergehen, wird als Adaption oder Anpassung bezeichnet. Die vielfältige empirische Forschung vor allem im Bereich der in den letzten Jahren an Bedeutung gewachsenen Zufriedenheits- und Glücksforschung ging dabei vor allem der Variation objektiver Lebensbedingungen nach,11 wobei sich neben materiellen objektiven Lebensbedingungen vor allem enge und vielfältige soziale Beziehungen als bedeutsam erwiesen haben.12

Mit den SOEP-Daten ist es möglich, jährlich eine Bilanz der Lebensqualität zu erstellen. 2004 lag der Mittelwert der Lebenszufriedenheit auf seinem niedrigsten Niveau seit der gesamtdeutschen SOEP-Erhebung 1990. Auch die Arbeitslosigkeit hatte mit rund 5 Mio. registrierten Arbeitslosen einen historischen Höchststand im vereinten Deutschland, während die Erwerbstätigen- und die Beschäftigungsquote seit 2005 um 8,2 bzw. 9,7 Prozentpunkte bis 2015 gestiegen sind.13

Als objektiven Indikator der Lebensbedingungen haben wir die Position in der Einkommenshierarchie gewählt, basierend auf dem bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen. Es wurden drei Kategorien (schlecht/mittel/gut) gebildet, wobei "schlecht" alle Personen der ersten beiden Einkommensdezile umfasst (also diejenigen 20%, die die niedrigsten Einkommen haben), als "gut" die obersten beiden Dezile mit der Gruppe der 20% höchsten verfügbaren Nettoeinkommen. In der Mittelkategorie befindet sich die Gruppe derjenigen, die im dritten bis achten Einkommensdezil positioniert sind.14 Auf der Seite der Lebenszufriedenheit sind wir analog verfahren. Zunächst haben wir aufgrund der rechtsschiefen Verteilung der Angaben der Lebenszufriedenheitsskala mit 11 Punkten (von 0 = vollkommen unzufrieden bis 10 vollkommen zufrieden) den Wertebereich 0 bis 4 als "unzufrieden" abgegrenzt (da die Werte Null und Eins kaum genannt werden). Als "sehr zufrieden" wurden das subjektive Wohlbefinden mit den Skalenwerten 9 und 10 eingruppiert. Als "zufrieden bzw. ambivalent" werden Personen im Wertebereich 5 bis 8 bezeichnet.

Der Vergleich der Lebensqualität zeigt, dass der Anteil der Gruppe, die sich im obersten Einkommensquintil befindet und auch über ein hohes Maß an subjektivem Wohlbefinden berichtet, auf knapp 6% der Gesamtbevölkerung leicht angestiegen ist (vgl. Tabelle 1). Die Gruppe der als dissonant charakterisierten, also von Personen mit guten objektiven Lebensbedingungen, aber mit schlechtem subjektiven Wohlbefinden, spielt faktisch kaum eine Rolle. Aber auch im untersten Einkommensquintil berichtet nur eine kleine Gruppe, dass sie alles in allem im Leben unzufrieden sei; auch hier ist der Anteil der Unzufriedenen 2005 größer als zehn Jahre später. Jedoch ist die Gruppe derjenigen gestiegen, die sich im untersten Einkommensquintil befindet, aber sehr zufriedenes Wohlbefinden berichtet, also nach dem Zapf'schen Schema der Gruppe der Adaption15 zuzurechnen wäre. Auch die Gruppe derjenigen, die einem der untersten vier Einkommensquintile zugerechnet werden können und gleichwohl gegenwärtig Unzufriedenheit äußern, ist kleiner geworden. Der markanteste Unterschied liegt gemäß dieser Betrachtungsweise in den mittleren Einkommensschichten, die sich 2015 gegenüber 2005 häufiger sehr zufrieden geäußert haben.

 

Tabelle 1 (zurück zum Text)
Einkommensposition und Grad der Lebenszufriedenheit 2005/2015

in % der erwachsenen Gesamtbevölkerung

Objektive
Lebensbedingungen
Subjektives Wohlbefinden
Sehr zufrieden

(9-10)

Zufrieden – ambivalent (5-8) Unzufrieden

(0-4)

Gut (9-10 Dezil)

4,7/5,9

13,7/13,6

1,0/0,8

Mittel (3-8 Dezil)

8,9/12,8

44,7/43,3

6,0/3,9

Schlecht (1-2 Dezil)

1,8/3,0

15,8/14,6

3,5/2,3

Insgesamt

15,3/21,6

74,2/71,4

10,5/7,0

Zusammenhangsmaß: Spearman's rho (Konfidenzintervall 95%): 2005: 0,2661 (0,2557-0,2931), Spearman's rho (Konfidenzintervall 95%) 2015: 0,1560 (0,1337-0,1714).

Quelle: SOEP, v32; gewichtete Ergebnisse.

 

Die Zusammenhänge objektiver Lebensbedingungen und subjektiven Wohlbefindens dieser Matrix kann auch durch einen Korrelationskoeffizient beschrieben werden, der 2015 im Vergleich zu 2005 signifikant gesunken ist, d.h. der Zusammenhang zwischen Einkommensposition und Zufriedenheit ist 2015 weniger stark als 2005. Nimmt man alles zusammen, so lässt sich schlussfolgern, dass es zu einer Entkopplung von materieller objektiver Lebenslage und subjektiven Bewertungen gekommen ist. Dies mag auch einer der Gründe sein, weshalb die gegenwärtige Debatte um soziale Gerechtigkeit sowie der Verweis auf eine wachsende Einkommenspolarisierung so volatile Werte zwischen verschiedenen Befragungen aufweist.16 Denn zumindest im Vergleich zur Situation 2005 sind im untersten Einkommensquintil die Werte des subjektiven Wohlbefindens für die eigene Lebenssituation gestiegen und vor allem auch in den mittleren Einkommensgruppen ist der Anteil der sehr Zufriedenen gewachsen. Ein möglicher Grund für diese Entwicklung liegt vermutlich darin begründet, dass insbesondere die gesunkene Arbeitslosigkeit sowie die rund 4 Mio. zusätzlichen Beschäftigungsverhältnisse für den Anstieg der subjektiven Lebensqualität in den letzten Jahren verantwortlich waren.17 Denn kaum etwas beeinträchtigt die Lebenszufriedenheit so sehr negativ wie Arbeitslosigkeit im eigenen Haushalt.18 In Tabelle 2 sind für die einzelnen Zellen der Lebensqualitätsmatrix der jeweilige Anteil der Personen mit Erwerbseinkommen ausgewiesen. Erwartungsgemäß ist dabei der Anteil der Erwerbstätigen umso höher, je höher das Einkommen ausfällt. Die Differenz zwischen 2005 und 2015 ist insofern interessant, da vor allem für die Gruppe der Adaption die Beschäftigungsquote stark zugenommen hat. Diese Gruppe hat zwar eine schwache – und real schlechtere – Einkommenssituation, aber offensichtlich steigert es das Selbstwertgefühl und subjektive Wohlbefinden, wenn ein Teil des gesamten Einkommens aus eigener Arbeitskraft erwirtschaftet wird.

 

Tabelle 2 (zurück zum Text)
Personen mit Erwerbseinkommen nach Einkommen und Lebenszufriedenheit 2005/2015

in % der erwachsenen Gesamtbevölkerung

Objektive
Lebensbedingungen
Subjektives Wohlbefinden
Sehr zufrieden

(9-10)

Zufrieden – ambivalent (5-8) Unzufrieden

(0-4)

Gut (9-10 Dezil)

62/71

72/76

61/76

Mittel (3-8 Dezil)

53/59

55/61

48/46

Schlecht (1-2 Dezil)

32/47

34/38

29/22

Insgesamt

53/61

55/59

43/41

Quelle: SOEP, v32; gewichtete Ergebnisse.

 

Diese Ergebnisse zu Entwicklungstrends der Lebensqualität schließen keineswegs aus, dass trotz des eigenen subjektiven eher positiven Wohlbefindens die subjektiv empfundene Fremdeinschätzung der allgemeinen Lage sowie die wahrgenommene Besorgnis um die wirtschaftliche Lage in Deutschland als pessimistisch eingeschätzt wird.19 Für die eigene Bewertung positiver wie negativer Befindlichkeiten sind Befragte die Experten und auch die letzte Instanz ihrer Wahrheit – für die Fremdbewertung der Lage eignen sich objektive statistische Indikatoren besser.

 

Der Beitrag gibt die persönliche Meinung der Autoren wieder.

  • 1Vgl. SOEP-Analyse des DIW Berlin zum Weltglückstag am 20. März: Lebenszufriedenheit in Ostdeutschland holt auf, Pressemitteilung vom 17.3.2017, http://www.diw.de/de/diw_02.c.242689.de/pressemitteilungen.html?id=diw_01.c.554636.de.

  • 2 Der IWF plädiert vor allem für eine stärkere Entlastung von Menschen im unteren Einkommensbereich, http://www.imf.org/en/News/Articles/2017/05/15/mcs05152017-Germany-Staff-Concluding-Statement-of-the-2017-Article-IV-Mission.

  • 3 R. A. Easterlin: Does Economic Growth Improve the Human Lot?, in: P. A. David, M. W. Reder (Hrsg.): Nations and Households in Economic Growth: Essays in Honor of Moses Abramovitz, New York 1974, S. 89-125.

  • 4 R. A. Easterlin, A. C. Plagnol: Life Satisfaction and ecoomic conditions in East and West Germany pre- and post-unification, in: Journal of Economic Behavior & Organization, 68. Jg. (2008), S. 433-444.

  • 5 M. Binswanger: Die Tretmühlen des Glücks: Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun?, Stuttgart 2016.

  • 6 Vgl. J. Kelleya, M. D. R. Evans: Societal Inequality and individual subjective well-being: Results from 68 societies and over 200,000 individuals, 1981-2008, in: Social Science Research, 62. Jg. (2017), H. 1, S. 1-23.

  • 7 Vgl. J. Schupp: 45 Jahre Sozialberichterstattung und Lebensqualitätsforschung in Deutschland, in: K. U. Mayer (Hrsg.): Gutes Leben oder gute Gesellschaft?, Halle (Saale) 2017 (im Erscheinen).

  • 8 Vgl. G. Felbermayr, M. Battisti, J.-P. Suchta: Lebenszufriedenheit und ihre Verteilung in Deutschland: Eine Bestandsaufnahme, in: ifo Schnelldienst, Nr. 70, 2017, S. 19-30.

  • 9 A. Clark et al.: An Explanation for the Easterlin Paradox and Other Puzzles, in: Journal of Economic Literature, 46. Jg. (2008), H. 1, S. 95-144; S. Schneider, J. Schupp: Individual Differences in Social Comparison and its Consequences for Life Satisfaction, in: Social Indicators Research, 115. Jg. (2014), H. 2, S. 767-789.

  • 10 W. Glatzer, W. Zapf (Hrsg.): Lebensqualität in der Bundesrepublik. Objektive Lebensbedingungen und subjektives Wohlbefinden, Frankfurt a.M., New York 1984, S. 25.

  • 11 Vgl. etwa P. Dolan, T. Peasgood, M. White: Do we really know what makes us happy? A review of the economic literature on the factors associated with subjective well-being, in: Journal of Economic Psychology, 29. Jg. (2008), H. 1, S. 94-122; sowie A. J. Oswald, S. Wu: Objective Confirmation of Subjective Measures of Human Well-Being: Evidence from the U.S.A., in: Science, 327. Jg. (2010), Nr. 5965, S. 576-579.

  • 12 Vgl. E. Diener, S. Oishi, R. E. Lucas: National Accounts of Subjective Well Being, in: American Psychologist, 70. Jg. (2015), H. 3, S. 234-242.

  • 13 Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Zahlen 2005 bis 2015, April 2016, https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Jahresbericht-Arbeitsmarkt-Deutschland/Generische-Publikationen/Rueckblick-2005-2015.pdf.

  • 14 Personen dieser Mittelkategorie sind vielfach auch Angehörige der Mittelschicht, wobei in der gewählten Abgrenzung der relative Anteil der mittleren Einkommen konstant gehalten wurde. Für eine alternative Darstellung vgl. M. M. Grabka, J. Goebel, C. Schröder, J. Schupp: Schrumpfender Anteil an BezieherInnen mittlerer Einkommen in den USA und Deutschland, in: DIW Wochenbericht, 83. Jg. (2016), H. 18, S. 391-402.

  • 15 Nicht auszuschließen ist, dass aufgrund der ab 2005 leicht gestiegenen Kaufkraft der unteren 40% der Einkommensbezieher sich deren Einkommenslage zwar nicht relativ änderte, aber vom Kaufkraftniveau anstieg.

  • 16 Vgl. hierzu die monatlichen Befragungsdaten im Rahmen des ARD DeutschlandTREND durch Infratest dimap, https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-739.pdf.

  • 17 Vgl. L. Winkelmann, R. Winkelmann: Why Are the Unemployed So Unhappy? Evidence from Panel Data, in: Economica 65. Jg. (1998), H. 257, S. 1-15; H. Welsch, J. Kühling: How Has the Crisis of 2008-2009 Affected Subjective Well-Being? Evidence from 25 OECD Countries, in: Bulletin of Economic Research, 68. Jg. (2016), H. 1, S. 34-54.

  • 18 C. v. Scheve, F. Esche, J. Schupp: The Emotional Timeline of Unemployment: Anticipation, Reaction, and Adaptation, in: Journal of Happiness Studies (online first), 2016, DOI:10.1007/s10902-016-9773-6.

  • 19 Vgl. z.B. M. Fratzscher: Zufriedenheit und Ungleichheit, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6.4.2017; sowie die Erwiderung von R. Schöb: Zufrieden und unzufrieden zugleich, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25.4.2017.


Kommentare zu diesem Artikel

Dirk Nerge schrieb am 23.06.2017 um 10:16 Uhr

Die Glücksbotschaft der Verlustaversion

Die als Schlussfolgerung behauptete Entkopplung von materieller objektiver Lebenslage und subjektiven Bewertungen wäre unter dem Aspekt der "Verlustaversion" zumindest zu relativieren. Denn wer in Ermangelung von Gewinnchancen stattdessen das Minimum an Verlust erzielen muss, wird in seiner Lebenslage der Verlustchancen sich über jede Verlustreduktion, jedenfalls nach einem Gewöhnungsprozess, "zufrieden" (!?) zeigen.

Tatsächlich würde so eine noch festere Bindung zwischen objektiver materieller Lebenslage und subjektiven Bewertungen stattfinden. Es wäre also eine Frage des Anreizsystems und seines Belohnungs-/Bestrafungsmodus, was wir in dieser Hinsicht als objektiv und/oder als subjektiv zu deuten gedenken. Oder sehe ich das falsch?

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