Ein Service der

Inhalt

97. Jahrgang, 2017, Heft 10 · S. 733-740

Analysen und Berichte

Wie stark und schnell wurden die Niedrigzinsen an Bankkunden weitergereicht?

Peter Hennecke

Die Zinsen in Deutschland erreichen bereits seit mehreren Jahren historische Tiefststände. Tatsächlich ist der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank, gemessen an verschiedenen Taylorregeln, für Deutschland bereits seit Langem deutlich zu niedrig. Dies stellt ein Risiko für die Finanzsystemstabilität dar. Wie stark sich dies in Deutschlands bankbasiertem Finanzsystem materialisiert, hängt auch davon ab, inwieweit die Niedrigzinsen an Bankkunden durchgereicht wurden. Die Untersuchung des Autors deutet darauf hin, dass die gesunkenen Leitzinsen in der Niedrigzinsphase schneller und stärker an Bankkunden weitergegeben wurden als zuvor. Zudem zeigt sich, dass die Aufschläge der Banken auf den Leitzins in der Niedrigzinsphase signifikant zurückgegangen sind – mit negativen Folgen für die Profitabilität deutscher Banken.

Title: How Strong and Fast Were the Low Interest Rates Passed on to Bank Customers in Germany?

Abstract: In this paper it is shown that the ECB's main refinancing rate, measured by various Taylor-rules, has for the past decade been far too low for Germany. That entails risks for the stability of Germany's financial system. How strong these risks materialise depends on the extent to which German banks pass on the low policy rates to their customers. In this paper, the interest rate pass-through in Germany in the low interest era is investigated using error-correction models for various bank interest rates. The results indicate a stronger short-term pass-through as well as diminished interest rate margins that weigh on banks' profits. However, there is no evidence for structural changes in the long-term relationship between policy rates and banks' interest rates. While the latter might be soothing for monetary policy makers, the former is rather a reason for concern.

JEL Classification: E43, E58

Hinweis

Dieser Artikel des Wirtschaftsdienst unterliegt einer Embargo-Frist von zwei Jahren und ist im Oktober 2019 an dieser Stelle frei verfügbar. Sie können ihn aber über SpringerLink beziehen. Oder Sie nutzen den Zugang über Ihre Bibliothek vor Ort.