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97. Jahrgang, 2017, Heft 4 · S. 294-298

Analysen und Berichte

Niedrigzinsen bei Bausparkassen – ein Urteil des Bundesgerichtshofs

Thomas Wein

Ende Februar 2017 hat der Bundesgerichtshof Bausparkassen, die Bausparern mit vertraglich zugesicherten hohen Einlagenzinsen aus Altverträgen vorfristig gekündigt haben, Recht gegeben. Der Autor stellt die Funktionsweise des Bausparens dar. In der aktuellen Niedrigzinsphase könnte es dazu kommen, dass der Darlehenszinssatz geringer als der Sparzinssatz ist. Dann würde das Geschäftsmodell der Bausparkassen kollabieren. Ein mikroökonomisches Modell zeigt beispielhaft, in welcher Höhe den Bausparkassen Schaden aus der Zinskonstellation entstehen können. Die betroffenen Kunden sollten von den Sparkassen in Höhe der entgangenen Nettoerträge entschädigt werden. Dies hält der Autor für eine bessere Lösung als die erlaubte vorfristige Kündigung.

Title: Low Interest Rates and Building Societies – A Judgment of the Federal High Court of Justice

Abstract: At the end of February 2017 the Federal High Court of Justice rules that building societies are allowed to terminate old contracts ahead of schedule. A lot of old contracts are problematic in the viewpoint of building societies due to high deposit interest rates. High deposit interest rates are dangerous for building societies in times of low interest rates, especially if low interest rates are long-lasting. The Federal High Court of Justice follows the opinion of the building societies that during saving periods, building societies can be seen as borrowers, and borrowers have the (exceptional) right to terminate contracts after ten years, which is established in the German Civil Law. A microeconomic intertemporal consumption model calculates this as an overreaction byf the Court: Building societies should only be allowed to reduce deposit interest rate to be compensated for non­existing loan contracts.

JEL Classification: K22, K12, G21

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