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97. Jahrgang, 2017, Heft 7 · S. 521-523

Analysen und Berichte

Irrweg des bedingungslosen Grundeinkommens

Marcel Fratzscher

In letzter Zeit wird wieder verstärkt das bedingungslose Grundeinkommen als Instrument für mehr Verteilungsgerechtigkeit diskutiert. Befürworter halten es für egalitär, liberal, individualistisch und wirtschaftlich sinnvoll. Alle vier Aspekte lassen sich jedoch widerlegen. Auch höhere Löhne bei Geringverdienern und eine Erleichterung des Strukturwandels zu einer stärker digital bestimmten Welt können mithilfe des bedingungslosen Grundeinkommens nicht erreicht werden. Ein individuelles Erwerbskonto oder ein Lebenschancenkredit, der jedem Einzelnen die Freiheit gibt, selbst über die Nutzung staatlicher Leistungen für Bildung, Qualifizierung und Zeitsouveränität zu entscheiden, würde diese Kriterien dagegen erfüllen.

Title: Abberations of Unconditional Basic Income

Abstract: The discussion about the unconditional basic income (UBI) is receiving increased attention as a number of countries are considering or already experimenting with such schemes. Advocates argue that it is egalitarian, liberal, individualistic and economically sensible. However, this article argues that the UBI does not fulfil any of these four criteria. On the contrary, the introduction of a UBI would lead to less freedom and autonomy for many individuals. An employment account or some other flexible benefit account, which would give individuals more autonomy over their use of public services, are much better ways of ensuring a secure income and creating opportunities for individual citizens.

JEL Classification: H53, J30, I20

Hinweis

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