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97. Jahrgang, 2017, Heft 9 · S. 637-643

Analysen und Berichte

Lässt sich der deutsche Leistungsbilanzüberschuss mit vertretbarem Aufwand reduzieren?

Christoph Priesmeier

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss lag 2016 deutlich über dem Schwellenwert von 6% im Makroökonomischen Ungleichgewichtsverfahren der EU-Kommission. Dies wird sich so schnell auch nicht ändern. Daher fordern Ökonomen, aber auch der Internationale Währungsfonds, die Binnennachfrage mit Mitteln der Finanzpolitik zu erhöhen. Unter Verwendung eines makroökonometrischen Weltwirtschaftsmodells untersucht der Autor, welchen Einfluss konkrete finanzpolitische Maßnahmen auf die Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt und Leistungsbilanz in Deutschland und in der restlichen Eurozone haben könnten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die internationalen Übertragungseffekte eher gering sind. Um die 6%-Schwelle zu unterschreiten, wäre zudem ein immenses fiskalisches Volumen erforderlich, und die Auswirkungen der temporären Fiskalmaßnahmen auf die öffentliche Verschuldung Deutschlands wären dauerhaft.

Title: Can Fiscal Policies be Used to Reduce Germany's Current Account Surplus at Reasonable Cost?

Abstract: Can an expansive fiscal policy help to reduce Germany's current account surplus while simultaneously creating positive spillover effects for the eurozone? If yes, what amount of measures would be required in order to bring the current account surplus below the 6% of GDP threshold specified in the EU Commission's macroeconomic imbalance procedure? An analysis based on a global macroeconometric model shows that fiscal policy measures could reduce Germany's surplus. The positive spillovers for the eurozone would be relatively small, however, while a huge amount of fiscal stimuli would be required to reach the 6% threshold. In addition, there would be a lasting increase in Germany's public debt.

JEL Classification: E62, F41, F47

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Dieser Artikel des Wirtschaftsdienst unterliegt einer Embargo-Frist von zwei Jahren und ist im September 2019 an dieser Stelle frei verfügbar. Sie können ihn aber über SpringerLink beziehen. Oder Sie nutzen den Zugang über Ihre Bibliothek vor Ort.