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98. Jahrgang, 2018, Heft 10 · S. 722-729

Analysen und Berichte

Solvenz- und Liquiditätsrisiken in der Türkei

Jürgen Matthes

Die Krise in der Türkei ist überwiegend selbst verschuldet und hat nur oberflächlich mit den verschärften US-Handelssanktionen zu tun. Zahlreiche expansive wirtschaftspolitische Maßnahmen haben zu einer konjunkturellen Überhitzung und einem starken Anstieg der Verschuldung von Banken und nicht-finanziellen Unternehmen geführt. Mit der hohen Auslandsverschuldung, die ganz überwiegend in Fremdwährung aufgenommen wurde, und der starken Abwertung der türkischen Lira sind erhebliche Solvenz- und Liquiditätsrisiken entstanden. Besonders bei hochverschuldeten nicht-finanziellen Unternehmen, die nur begrenzt dagegen abgesichert sind, drohen Firmenpleiten, wenn das aktuelle Wechselkursniveau anhält.

Title: Solvency and Liquidity Risks in Turkey

Abstract: The crisis in Turkey is largely self-inflicted and is only superficially related to the tightened US trade sanctions. Numerous expansionary economic policies have led to economic overheating and a sharp increase in the private debt of banks and non-financial companies. Significant solvency and liquidity risks have arisen with the recent sharp devaluation of the Turkish lira because of the high level of foreign debt, which is nearly completely denominated in foreign currency. If the exchange rate remains at the current level, corporate bankruptcies are likely, particularly in case of highly indebted non-financial companies which are hardly hedged against devaluation risks.

JEL Classification: E63, F34, F31

Hinweis

Dieser Artikel des Wirtschaftsdienst unterliegt einer Embargo-Frist von zwei Jahren und ist im Oktober 2020 an dieser Stelle frei verfügbar. Sie können ihn aber über SpringerLink beziehen. Oder Sie nutzen den Zugang über Ihre Bibliothek vor Ort.