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98. Jahrgang, 2018, Heft 3 · S. 209-214

Analysen und Berichte

Fall Siemens: Darf ein profitabler Weltkonzern ostdeutsche Standorte schließen?

Ingo Pies

Die Ankündigung des Siemens-Konzerns, trotz insgesamt guter Gewinnlage, Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands abzubauen, wurde quer durch das politische Parteienspektrum von namhaften Politikern skandalisiert. Widerspruch zum öffentlich dominierenden Wahrnehmungs­muster wird hier wirtschaftsethisch reflektiert. Dazu zwei Thesen: 1. Der Fall Siemens ist nicht primär ein Konflikt Arbeit versus Kapital, sondern ein Konflikt Arbeit versus Arbeit, und bei der Steuerung dieses Konflikts erfüllt das unternehmerische Gewinnprinzip eine Gemeinwohlfunktion. 2. Betriebsschließungen sind für strukturschwache Regionen als Unglück zu werten, nicht aber als Unrecht.

Title: The Siemens Case: Is it Morally Permissible for a Profitable Company to Close Down Production Sites in East Germany?

Abstract: Politicians from left to right have blamed Siemens for announcing a close­down of production sites in structurally weak economic regions of East Germany at a time when the firm is reaping global profits. My ethical treatment of the case provides arguments against such scandalisation. Contrary to public perceptions, I develop two propositions: (1) We are not dealing with a conflict along the line of labour versus capital, but of labour versus labour. And in governing this conflict, the profit principle serves the common good. (2) A close­down of factories in structurally weak economic regions needs to be seen as a misfortune, not as an injustice.

JEL Classification: M14, R11, D63, F23, F66, J38, L21

Hinweis

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