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98. Jahrgang, 2018, Heft 4 · S. 260-266

Analysen und Berichte

Armut: vom Elend eines Begriffs

Karl Brenke

Debatten über Armut gehören zum Grundrauschen des wirtschaftspolitischen Diskurses. Die Frage, wie Armut definiert und gemessen wird, ist dabei nur selten zu vernehmen. Vor allem die Abgrenzung relativer Armut, die den Armutsbegriff innerhalb der EU maßgeblich prägt, ist aus Sicht des Autors willkürlich und wissenschaftlich nicht fundiert. Daher fordert der Autor eine Neujustierung bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Armut und wirbt für die Erkenntnis, dass es keine überzeugende und verbindliche Definition von Armut geben kann.

Title: Poverty – Misery of a Term

Abstract: Poverty is a frequent topic in the media and in politics, but the definition of poverty is not satisfactory. The European ­Commission's poverty of risk concept ignores social and regional income discrepancies, assets are disregarded, and real poverty is not defined. Other definitions show that poverty is difficult to grasp in practice. There are also differing opinions on and definitions of poverty in the population. A lot of those people who were defined as at risk of poverty according to the EU concept are not poor in reality and not unsatisfied with their income . This lack of clarity has led to the proposal to replace the term "poverty" with "low income". Future research should place greater weight on determining the causes of low incomes.

JEL Classification: B41, I3, I32

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