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98. Jahrgang, 2018, Heft 8 · S. 558-564

Analysen und Berichte

Brexit und Ausländerbeschäftigung in Großbritannien: vom Musterland zum Bollwerk?

Klaus Schrader

Im Zuge der EU-Osterweiterung war Großbritannien eines der wenigen EU15-Länder, das von Anfang an die Möglichkeiten der Arbeitnehmerfreizügigkeit nutzte und mit dieser Strategie durchaus erfolgreich war. Wie die empirische Analyse zeigt, war die Arbeitsmigration aus den Beitrittsländern kein entscheidender Faktor für das Brexit-Votum. Es war eher eine Angst vor dem Statusverlust der weniger gebildeten Wähler, die die Vertiefung und Erweiterung der EU als Bedrohung für ihren sozialen Status und ihre nationale Identität ansehen. Eine politische Diskussion über eine EU mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten erweist sich als ratsam.

Title: Brexit and Labour Migration in the United Kingdom: Transition of a Model Country into a Bulwark?

Abstract: In the course of the EU's Eastern enlargement, the United Kingdom was one of the few EU­15 countries which took advantage of the opportunities provided by the freedom of movement for workers from the beginning. Since then, the United Kingdom is prospering and still relies heavily on migrant workers. As the empirical analysis shows, labour migration from the accession countries was not a determining factor in the outcome of the Brexit vote. It was rather the less educated voters who perceive a threat to their social status and their national identity as the EU's grows. As a result, a policy discussion on varying EU policies is advisable.

JEL Classification: D72, F22, R23

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