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Der deutsche Sportwettenmarkt: neue Ordnung, neues Glück?

Pressemitteilung

14.9.2017

Der deutsche Sportwettenmarkt zeichnet sich durch eine relativ strenge Regulierung aus, die in der Praxis nicht unbedingt so gehandhabt wird, erläutern Luca Rebeggiani und Markus Breuer in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst. "Faktisch liegt ein Versagen der bisherigen staatlichen Regulierung vor, die sich durch fragwürdige Marktzugangsbeschränkungen für private Anbieter bei gleichzeitiger Koexistenz legaler, 'halblegaler' und illegaler Anbieter zusammenfassen lässt." Der graue und schwarze Markt für Sportwetten nehmen 2015 mit 55% bzw. 41% einen überraschend großen Anteil ein. Da auf diesem Markt der Jugend- und Spielerschutz fehlt, resultieren daraus beträchtliche soziale Kosten.

Die Autoren schätzen den Gesamtumfang des deutschen Glücksspielmarkts 2015 gemessen an den Spieleinsätzen auf insgesamt 76,6 Mrd. Euro, was (zumindest nominal) mehr als einer Verdopplung seit 2005 entspreche. "Die derzeitigen juristischen Auseinandersetzungen, die die Vergabe der Sportwettkonzessionen verhindert haben, waren aus ordnungsökonomischer Sicht leicht vorhersagbar, sodass weiterhin am politischen Willen zur Lösung des Problems gezweifelt werden darf", betonen Rebeggiani und Breuer. Auch der im März 2017 beschlossene Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag löse die vorhandenen Probleme noch nicht.

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